Es gibt nur eine Insel im Starnberger See, aber dafür ist sie etwas ganz Besonderes. Schon ihr Name lässt die Schönheit erahnen: „Roseninsel“ wird das Eiland genannt, das rund 170 Meter vom Westufer des Sees entfernt in der Feldafinger Bucht liegt.

Die offizielle Einwohnerzahl liegt bei genau einer Person. Und dabei handelt es sich um den Gärtner, der sich das ganze Jahr hindurch um die zahlreichen Pfanzen auf der Roseninsel kümmert.

Die Insel zählt als Ortsteil Wörth zur Gemeinde Feldafing und gehört dem Freistaat Bayern. In früheren Zeiten befand sie sich in Privatbesitz, doch 1850 kaufte König Maximilian II. die damals rund 1,7 Hektar große Insel. Seit des Königs Zeiten sind weitere rund 8.000 Quadratmeter hinzugekommen, vor allem durch Aufschüttungen und Verlandung. Der Monarch wollte hier zunächst seine Studienstiftung Maximilianeum unterbringen, entschied sich dann aber doch für die Errichtung eines ruhigen Sommerdomizils für sich persönlich.

Der König ließ eine Gartenanlage und eine standesgemäße Villa planen. Heraus kam das pompejanisch-bayerische „Casino“ inmitten einer Parkanlage mit einem ovalen Rosarium als Zentrum. Genau dieses Rosengärtchen mit Hunderten von hochstämmigen Duftrosen gab der Insel ihren heutigen Namen.

Ein weithin sichtbares Wahrzeichen ist außerdem eine etwa fünf Meter hohe, blau-weiße Glassäule. Sie trägt die Plastik eines Mädchens mit Papagei. Es handelt sich um ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Seine Cousine Marie von Preußen war die Königin an der Seite von Maximilian II. Das „Casino“ wurde 1853 fertiggestellt und beherbergte in den folgenden Jahrzehnten viele illustre Gäste – auch unter Maximilians Sohn Ludwig II., der das Gebäude gleichermaßen für private wie offizielle Empfänge nutzte. Die russische Zarin war hier zu Gast, ebenso Richard Wagner und natürlich Ludwigs Cousine, Kaiserin Elisabeth alias Sissi.

Heute steht die Roseninsel unter Natur- und Denkmalschutz und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Urlauber, die ihre Ferien am Starnberger See verbringen. Vom Frühjahr bis zum Herbst bringt eine kleine Fähre die Besucher vom Glockensteg in Feldafing hinüber zur Insel. Weitere Informationen: www.faehre-roseninsel.de.