Das größte Volksfest der Welt lockt nach München: „O’zapft is!” heißt es wieder am 16. September um Punkt 12 Uhr beim traditionellen Fassanstich. Anschließend darf dann 18 Tage lang ausgelassen und fröhlich gefeiert werden. Das Festgelände erstreckt sich in diesem Jahr über eine Fläche von 34,5 Hektar. 143 Gastronomen sind dabei, 151 Schausteller und 251 Marktkaufleute. Insgesamt kümmern sich rund 13.000 Menschen um das Wohl der Besucher, von denen 2017 wieder rund fünf bis sechs Millionen erwartet werden.

Die Ursprünge des Oktoberfestes reichen zurück bis ins Jahr 1810, als die Hochzeitsfeierlichkeiten des Kronprinzen Ludwig stattfanden. Der spätere König Ludwig I. von Bayern gab Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen das Jawort, und das musste natürlich gefeiert werden. Nach der Prinzessin ist auch das Festgelände mitten in der Stadt benannt: die Theresienwiese, von den Einheimischen liebevoll zur „Wiesn“ verkürzt. Das Oktoberfest findet in diesem Jahr zum 182. Mal statt. Die „200“ wären schon voll, wen nicht insgesamt 24 Oktoberfeste hätten ausfallen müssen. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren wurde verständlicherweise nicht gefeiert, in den Jahren 1854 und 1873 musste das Fest wegen Cholera-Epidemien ausfallen.

Das Oktoberfest ist ein Fest der Landeshauptstadt München. Veranstalter ist das städtische Referat für Arbeit und Wirtschaft (RAW). Für die Organisation und Abwicklung der Wiesn ist der Leiter des RAW, Bürgermeister Josef Schmid, verantwortlich. Die meiste „Publicity“ bekommt allerdings Oberbürgermeister Dieter Reiter ab – ist er es doch, der das erste Bierfass anstechen und die berühmten Worte „O’zapft is!” rufen darf. Diese Bilder gehen um die Welt, denn das Oktoberfest ist auch bei Besuchern aus dem Ausland nach wie vor sehr beliebt.

Neu auf der „Wiesn“ ist 2017 der „Drifting Coaster“, ein Fahrspaß für die ganze Familie mit ausschwingenden Gondeln für rasante Links-Rechts-Drifts. Eine Fahrt im nagelneuen „Giant Booster XXL Racer“ versetzt Wagemutige in einen Höhen- und Geschwindigkeitsrausch, wenn sich der lange Arm des Propellers frei um eine horizontale Achse dreht – ein grandioser Rundblick in 55 Metern Höhe inklusive. Nostalgie pur herrscht im „Photopalast anno 1900“, wo Damen und Herren in historischen Kostümen ins rechte (Foto-)Licht gesetzt werden. Mit der Ochsenbraterei, seit 135 Jahren auf dem Oktoberfest, präsentiert sich eines der ältesten Wiesn-Festzelte im neuen Gewand.

Dass das Oktoberfest mit der Zeit geht, zeigt sich bei einem Blick in die App-Stores: Dort gibt es nun ganz neu die offizielle Oktoberfest App (alle Infos online unter: www.muenchen.de/app).

Wiesn-Rekorde und Obskures…

Die meisten Besucher gab es zu einer Jubiläums-Wiesn: Etwa 7,1 Millionen Menschen besuchten das Oktoberfest im Jahr 1985. Warum Jubiläums-Wiesn? Wegen der 24 ausgefallenen Feste war das Oktoberfest von 1985 zwar nur das 151. – die Veranstaltung selbst gab es aber genau seit 175 Jahren.

Auf alten Postkarten zur Wiesn wurden gerne auch Bier trinkende Kinder dargestellt – nicht nur das berühmte Münchner Kindl, sondern auch andere Kleinkinder. Ersteres war übrigens bis in die Dreißigerjahre männlich, dann wurde es zum Mädchen.

Das größte Wiesn-Bierzelt aller Zeiten war das Pschorr-Bräu-Rosl-Zelt von 1913, das mit 5.500 Quadratmetern etwa 12.000 Gästen Platz bot. Heute ist die Hofbräu-Festhalle mit rund 10.000 Plätzen das größte Zelt.

Foto: Bayreuth2009